IRENE (Der Frieden) 

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes "Blickwechsel" des Kultursekretariats NRW Gütersloh (www.blickwechsel-nrw.de) wurde ich eingeladen, eine skulpturale Arbeit für die Stadt Witten zu machen. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen.

Fotoserie im Graphischen Kabinett, Märkischen Museum, Witten

Ausgangspunkt war eine Reihe von Spaziergängen durch die Stadt, bei denen ich alles fotografiert habe, was mir charakteristisch erschien. Dabei interessierte mich als Bildhauer natürlich vor allem das Gebaute, Gestaltete. Ich denke, man kann Menschen auch durch ihre Erzeugnisse kennen lernen, z.B. durch die Art und Weise in der sie ihre unmittelbare Umgebung gestalten.

 

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Was mich hier vor allem beeindruckt hat, ist eine große Arbeitsamkeit, ein Gestaltungsdrang besonders im Kleinen, der sich nicht darum kümmert, ob z.B. die Mauer, die er verschönern will fünf, fünfzig oder fünfhundert Jahre alt ist. Aufgefallen ist mir auch eine gewisse Rastlosigkeit, ein Nicht-fertigwerden-können, alles ist hier im Bau. Ich fragte mich, ob man sich auch die Zeit nimmt, das was man geschaffen hat, in Ruhe anzuschauen und zu genießen.

 

 

 

Irene (Der Frieden) / Skulpturale Intervention, Museumspark

Aufgund meiner fotografischen Erfahrungen schien es mir nicht mehr sinnvoll, zu allem, was ich gesehen hatte, noch eine eigene Skulptur hinzuzufügen. Es schien mir interessanter, eine vorgefundene räumliche Situation als solche hervorzuheben, sie gewissermaßen zu aktivieren und zu einem im weitesten Sinne bedeutenden Ort zu machen.

Diese Situation fand sich zufälligerweise direkt hinter dem Museum: ein Transformatorenhäuschen, ein technischer Zweckbau, an dem eine Reihe von Sterbetafeln aus dem 17. Jahrhundert angebracht worden waren, die ursprünglich aus der Dionysiuskirche stammen.

 

 

 

Ich habe aus dieser vorgefundenen Situation, die ursprünglich ein reiner Durchgangsbereich war, einen kleinen friedlichen Park zu machen, der zum Ausruhen einlädt. Die Installation ist selbstverständlich begehbar.

 

 

Fotos Ausstellungsansicht und Installation bei Tage: Carsten Gliese (www.carstengliese.de)